Information über Bonsaipflege
Auszug aus dem Buch „Bonsai-Praxis“ von G. P. Klösch




Bonsai – ist ein japanischer Begriff und bedeutet "Baum in der Schale“ Gießen Sie immer nur nach Bedarf, das heißt, wenn die Erde beginnt trocken zu werden. Zu viel Wasser ist genauso schlecht wie zu wenig. Die Erde sollte nie längere Zeit nass sein, sondern nur feucht. Wie oft Sie gießen müssen, hängt vom Standort und von der Art der Erde ab.

Schneiden (gestalten) immer dann, wenn die Triebe beginnen zu lang zu werden. Im Frühsommer wird sicherlich öfter zu schneiden sein als im restlichen Jahr. Was Ihnen nicht gefällt, schneiden Sie einfach weg. Bei einem Laubbaum können Sie sehr radikal schneiden, bei Nadelbäumen sollte man etwas vorsichtiger sein.

Düngen während der warmen Jahreszeit ca. alle 14 Tage mit flüssigem Bonsaidünger oder alle 4 Wochen mit festem organischem Dünger.

Es wird zwischen zwei Gruppen von Bonsai unterschieden: frostverträgliche Arten (Apfelbaum, Kiefer, Ahorn, Fichte usw.) Diese Arten müssen immer im Freien stehen. Nicht frostverträgliche Arten (chin. Liguster, Gummibaum, chin. Ulme, Pinien, Oliven, usw.) Diese Sorten müssen frostfrei überwintern. ( +2° bis +10°)

Beachten sollte man aber, das Zimmer-Bonsai (nicht frostverträgliche Sorten) in der Regel im Winter zu warme Zimmertemperaturen nicht vertragen. Man sollte sie im Sommer im Freien halten und im Winter an einen kühlen Ort stellen.


Geheizte Zimmer sind im Normalfall nichts für Bonsai!

Bonsai werden ca. alle zwei Jahre umgepflanzt.
Der Wurzelballen wird gelockert und  etwa ein Drittel der alten Erde und Wurzelmasse entfernt bzw. zurückgeschnitten. Der reduzierte Wurzelballen wird ins alte Gefäß gestellt und mit neuer Erde umgeben.

Als Erde nimmt man entweder „fertig gemischte“  Bonsaierde (Fachhandel),  Akadama  (Erdgranulat aus Japan) oder aber man mischt sich die Erde selbst.  (Sand, Erde, Torf , jeweils zu einem Drittel)

Die schöne Form der Bonsai erhält man nur durch immerwährende Arbeit mit dem Baum, man wird eigentlich nie „fertig“.


     Eine kleine Übersicht der Sortenvielfalt von Bonsai:

     Frostverträgliche Sorten, das ganze Jahr im Freien.
     (im Winter Schutz vor Sonne und Wind)

Mädchenkiefer pinus pentaphylla var
Schwarzkiefer pinus thunbergii var
Fächerahorn acer palmatum var
Hainbuche carpinus
Rotbuche fagus
Sicheltanne cryptomeria japonica var
Apfelbaum malus var
Lärche larix var
Felsenmispel cotoneaster
Fünffingerstrauch potentilla
Fächerblattbaum ginkgo biloba

Frostverträgliche Sorten sind das ganze Jahr im Freien, werden aber im Winter vor zu strengem Frost geschützt. ( bis ca. minus 8°Celsius )

Azalee azalea japonica
Dreispitzahorn acer buergerianum
Stechpalme Illex var
Maulbeerbaum morbus bombicis
Kamelie camellia japonica var
Ölweide eleagnus pungens

Nicht frostverträgliche Sorten, im Sommer im Freien mit Sonne und Regen, im Winter frostgeschützt in einen kühlen Raum. ( frostfrei bis ca. plus 10°Celsius )

Gummibaum ficus*
Steineibe podocarpus*
Orangenjasmin muraya paniculata*
Chin Ulme ulmus parviflora
Sauerbeere sageretia theezans
Liguster ligustrum japonicum
Granatapfel punica granatum
Olive olea europea
Myrthe cuphea
Fuchsien fuchsia

* Diese Sorten können im Winter auch in einem geheizten Zimmer stehen, im Sommer aber am besten im Freien.

Bonsai werden in bestimmten Formen gezogen:

Z.B.: Streng aufrecht , Aufrecht, Halbkaskade, Kaskade, Windgepeitscht, Mehrfachstamm, Floßform.


Vorbilder für diese Stilformen werden in der Natur gefunden.

Um diese Idealformen zu erreichen, werden Bonsai in gewissen Zeitabständen            „ gestaltet“ .

Manchmal kann zur Formgebung auch Draht verwendet werden. Dieser Draht bleibt jedoch nur für kurze Zeit am Baum.





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